Die alten Ockersteinbrüche sind ein außergewöhnlicher Ort, eines der schönsten Naturwunder Frankreichs. Der Ocker des Luberon fasziniert. Von Roussillon bis Gignac, über Villars, Gargas und Rustrel tauchen die ehemaligen Ockerbrüche des Apt-Tals (Vaucluse) aus der Vergangenheit auf, Wanderwege wurden angelegt, Aussichtspunkte erschlossen, Zeichen vergangener Zeiten auf den neuesten Stand gebracht und Parkplätze eingerichtet. Diese unglaubliche Landschaft, die mal vom Menschen, mal von der natürlichen Erosion durch die Winde geformt wurde, ist absolut faszinierend. Diese natürlichen Pigmente wurden schon in prähistorischer Zeit verwendet, wie man an den Wänden der Höhlen sehen kann. Im Jahr 1780 entdeckte Jean Etienne Astier aus dem Dorf Roussillon, dass Ocker nach der Verarbeitung ein unveränderlicher und ungiftiger Farbstoff ist. Er wurde der erste Ockerextraktor in Frankreich und im 19. Jahrhundert wurde die Ausbeutung der Mineralvorkommen industriell. Im Vaucluse erleichterten die Steinbrüche im Tagebau und die außergewöhnliche Mächtigkeit der Schichten (bis zu 15 m) die Gewinnung, und die Produktion erreichte beeindruckende Zahlen: 1929 wurde ein Rekord von 40.000 Tonnen erreicht. Das Pigment wird bei der Herstellung von Stuck für die provenzalischen Häuser verwendet, da es hitze- und sonnenbeständig ist, aber auch als manchmal unerwarteter Bestandteil bestimmter Produkte: Käserinden, Linoleum, Kraftpapier, Pappe, Keramik, Gummi und Kosmetik. Die Wirtschaftskrise von 1929 und die Entwicklung synthetischer Farbstoffe bedeuteten das Ende der industriellen Produktion des Pigments. Die traditionelle Produktion ging langsamer zurück und ist heute noch vorhanden. Die alte Ockerfabrik oder Mathieu-Fabrik, die lange Zeit in einem Zustand der Industriebrache lag, kann heute besichtigt werden.