Die evangelische Kirche Saint-Thomas ist ein hervorragendes Beispiel für die elsässische Gotik. Die Ursprünge des Kirchengebäudes gehen auf ein Benediktinerkloster aus dem Jahr 600 zurück. Das Kloster war dem Apostel Thomas geweiht. Bischof Adalog ließ hier im 9. Jahrhundert eine neue Kirche und Schule errichten. Jahrhundert eine neue Kirche und eine Schule errichten. 1007 schlug jedoch ein Blitz in das Gebäude ein und ein Brand legte es in Schutt und Asche. Der eigentliche Bau der Kirche, wie wir sie heute kennen, begann daher im 12. Dank eines Ablassprivilegs konnte mit dem Bau der Fassade im Jahr 1196 begonnen werden. Der älteste Teil der Kirche ist die Blasiuskapelle nördlich des Chores. Das Langhaus wurde Ende des 13. Jahrhunderts fertiggestellt. Jahrhunderts fertiggestellt. 1330 wurden zwei weitere Schiffe angefügt. Die Stadt Straßburg veranlasste 1536 den Bau einer Schule.
Die Thomaskirche ist eine fünfschiffige Hallenkirche. Die Innenlänge beträgt 65 Meter, die Breite 30 Meter und die Innenhöhe 22 Meter. Stilistisch stellt das Gebäude eine Mischung aus romanischen und gotischen Elementen dar. Die frühesten Bauelemente sind noch der romanischen Tradition zuzuordnen, wie z. B. der massive Torturm. Das Querschiff mit dem Vierungsturm, der im 13. Jahrhundert errichtet wurde, und der Chor tragen gotische Formen. Die Seitenkapellen, die erst im 16. Jahrhundert errichtet wurden, sind im spätgotischen Stil gehalten. Von den ursprünglichen mittelalterlichen Bleiglasfenstern ist nur noch die Fensterrose in der Fassade erhalten. Die übrigen Fenster sind hauptsächlich mit Pflanzenmotiven verziert, nachdem viele der Heiligendarstellungen den lutherischen Bilderstürmern zum Opfer fielen. Die Thomaskirche konvertiert zum lutherischen Glauben Im Jahr 1524 trat die Thomaskirche zum lutherischen Glauben über. Auch als das Elsass vom katholischen Frankreich annektiert wurde, behielt die Kirche ihr lutherisches Ethos bei. Das Gleiche gilt für das Kollegiatstift und seine Besitztümer. Später war die Thomaskirche der Ort, an dem Friedrich Spitta im Zuge der "älteren liturgischen Bewegung" neue Gottesdienstformen einprobierte.
Andreas Silbermann schuf im 17. Jahrhundert eine imposante Orgel in der Thomaskirche. Jahrhundert eine imposante Orgel in der Thomaskirche, auf der 1778 Wolfgang Amadeus Mozart und später Albert Schweitzer in Erinnerung an Johann Sebastian Bach spielten. Im Jahr 1979 wurde die Silbermann-Orgel von Alfred Kern restauriert. Neben der Silbermann-Orgel verfügt die Thomaskirche noch über eine zweite, kleinere Orgel. Die kleinere Chororgel wurde 1905 von Fritz Haerpfer nach Plänen von Albert Schweitzer gebaut.
Die Thomaskirche ist berühmt für ihre Grabdenkmäler. Die Denkmäler stammen aus der Zeit zwischen 1130 und 1850, darunter das romanische Grabmal des Bischofs Adelog aus dem 12. Sehenswert ist auch das Grabmal des französischen Feldherrn Marschall Moritz von Sachsen, der 1750 starb. Das Denkmal wurde 1776 von Jean-Baptiste Pigalle fertiggestellt. Das imposante Grabmal befindet sich in der Apsis und zeigt den Marschall, der eine Treppe hinunter in den Sarg schreitet, während das bildlich dargestellte Frankreich versucht, ihn aufzuhalten.